Wir bekamen an diesem Tag
die Möglichkeit, einmal selbst als Reporter tätig zu werden. Nachdem wir uns in der Zeit
bis zu unserem vereinbarten Termin auf dem Unigelände umgesehen hatten, machte Manfred
Finken, Fotograf des KURIER, noch ein Foto von uns.
Daraufhin wurden wir in
einen Seminarraum geführt, in dem die Gründungsdekanin der Fakultät für Angewandte
Naturwissenschaften an der Universität Bayreuth, Professorin Monika Willert-Porada,
wartete und uns herzlich begrüßte. Sie hatte einen Vortrag für uns vorbereitet, der uns
erst einmal erklärte, was Angewandte Naturwissenschaften sind.
Demnach werden die
Erkenntnisse der modernen Naturwissenschaften mit den anwendungsorientierten
Ingenieurwissenschaften verbunden. Dies veranschaulichte uns die Gründungsdekanin anhand
zahlreicher Beispiele, wie etwa dem Overheadprojektor, bei dessen Entwicklung unter
anderem die Gesetze der Optik grundlegend waren.
Man spürte die
Begeisterung der Professorin für ihr Fach, nur leider war vieles für uns trotz der
großen Bemühungen von Monika Willert-Porada schwer zu verstehen, da uns die
naturwissenschaftlichen und begrifflichen Grundlagen fehlten.
Nach diesem ausführlichen
und gut vorbereiteten Vortrag, der vor allem auch durch die sehr lebendige, engagierte
Vortragsweise und das enorme Wissen der Wissenschaftlerin bei uns Interesse weckte, kam
für uns Schüler der spannendere, weil praxisbezogenere Teil unseres Besuchs, nämlich
das Betrachten von chemischen und physikalischen Versuchen sowie die Begutachtung von
Maschinen und Geräten, mit denen an der FAN gearbeitet und experimentiert wird.
Zuerst wurden wir in
Gruppen aufgeteilt und in einen physikalischen Versuchsraum geführt, dem man am Geruch
schon anmerkte, dass dort Hochbetrieb herrschte. Nach einer kurzen Einführung wurden zwei
Experimente vorgeführt, in denen gezeigt wurde, wie sich Kohlenstoff in einer
präparierten Mikrowelle verhält.
Während sich der Inhalt
der Mikrowelle immer weiter erhitzte, zuckten bläuliche Blitze durch den Behälter.
Daraufhin wurde uns ein ähnlicher Versuch, diesmal jedoch mit einer CD, vorgeführt, bei
dem die Blitze schon fast in eine Art Blitzgewitter, wie es zu Stande kommt, wenn mehrere
Fotografen gleichzeitig fotografieren, ausarteten.
Zwischen den einzelnen
Versuchen erklärte Monika Willert-Porada noch Grundlegendes über diese Art von Technik
und wies uns ebenfalls auf Auswirkungen auf den Menschen hin. Daraufhin begab sich unsere
Gruppe in den nächsten Versuchsraum, in dem sich das Elektronenmikroskop befindet.
Dort wartete bereits eine
Diplom-Ingenieurin auf uns und gab ein kurzes Statement über ihre Aufgaben und ihre
Arbeit ab. Hierauf stellten noch einige Schüler Fragen, die sie bereitwillig
beantwortete. Sie zeigte uns das Elektronenmikroskop - ein großer Apparat, unter den man
das Versuchsobjekt legt, um es dann 50 000- bis 200 000-fach vergrößert anschauen zu
können. Wir betrachteten einige Stoffe und deren besondere Beschaffenheiten.
Auf einem
Computerbildschirm, der direkt mit dem Elektromikroskop verbunden ist, sahen manche dieser
Materialien wie riesige Mondlandschaften aus, was uns sehr beeindruckte. Anschließend
gingen wir in einen weiteren Versuchsraum, in dem in unseren Augen riesige Maschinen mit
gewaltigen Motoren und großen Zahnrädern standen.
Diese Geräte werden zum
Testen für Fahrzeug- und Maschinenachsen verwendet, erklärte uns die Gründungsdekanin.
Leider konnten wir nicht sehen, wie und auf welche Weise diese Maschinen arbeiten. Ein
Besuch in der FAN, der uns um mehr als eine Erfahrung reicher machte.
