Frage: Wie sind Sie
zu diesem Beruf gekommen und was waren die Voraussetzungen dafür?
Günther Niebler: Zuerst habe ich eine Fachschule für Drucktechnik besucht und
eine Lehre als Schriftsetzer gemacht. Auf jeden Fall muss man Fachkenntnisse besitzen, die
man an der Fachschule erwirbt.
Frage: Laufen die
Maschinen ununterbrochen?
Günther Niebler: Ja, die Druckmaschinen laufen in der Regel 24 Stunden am Tag an
sechs Tagen in der Woche.
Frage: Wie viel
Papier wird täglich verbraucht?
Günther Niebler: Etwa 30 bis 40 Tonnen.
Frage: Wie gelangt
die aufgegebene Anzeige von der Abgabestelle in die Zeitung?
Günther Niebler: In der Abgabestelle wird ein Manuskript erstellt, dieses wird in
die Setzerei weitergegeben. Dort wird die Anzeige auf dem Bildschirm gesetzt, anhand eines
Ausdrucks geprüft und dann mit der Seite auf die Druckplatte belichtet.
Frage: Wann wurden
Computer erstmals eingesetzt?
Günther Niebler: Vor ungefähr 20 Jahren, speziell im Bereich der Setzerei wurden
sie sehr früh eingeführt.
Frage: Wie druckte
man vorher?
Günther Niebler: Mit Blei. Anzeigen mussten mit der Hand gesetzt werden; für die
anderen Texte gab es eine Setzmaschine, die Zeilen aus Bleibuchstaben herstellte. Dazu
saß ein Setzer vor einer Tastatur und tippte Matrizen ein, die den Buchstaben
entsprachen.
Diese wurden gesammelt und ausgegossen. So entstanden Bleizeilen, die man dann herauszog
und wieder sammelte. Wenn eine Seite fertig war, wurde sie umgebrochen und in eine Mater
geprägt. Dazu wurde sie mit hohem Druck auf eine leicht feuchte Pappe aufgedrückt, so
dass sich die Buchstaben abgebildet haben.
Anschließend wurde die Mater halbrund gebogen, um dann mit Blei ausgegossen zu werden.
Den dabei entstandenen Bleizylinder spannte man in die Druckmaschine ein, die den Text mit
Hochdruck auf das Papier brachte.
Farbig zu drucken war früher schwierig, da die Genauigkeit noch fehlte. Heute verwendet
man Offsetdruck. Im Eingangsbereich kann man heute noch eine alte Setzmaschine
begutachten.
Frage: Um wie viel
Uhr ist die Zeitung fertig gedruckt?
Günther Niebler: Um 2 Uhr, spätestens 3 Uhr, da die Zeitungen schon sehr früh
ausgetragen werden und es manchmal sehr beschwerlich ist, diese im Winter bis ins
Fichtelgebirge zu transportieren.
Mit Günther Niebler
sprachen Veronika L., Maren F., Katharina S. und Natalie P.
