3 Fragen an den Regisseur (Werner Hildenbrand):
1. Wieso hast du ausgerechnet "Faust" inszeniert?
Meiner Meinung nach ist es das Stück aller Stücke im deutschen Sprachraum. Außerdem
hat mich "Faust" niemals verlassen, seit ich ihn vor 20 Jahren zum ersten Mal
inszeniert habe. Er ist einfach unendlich und umfasst alles Menschliche. Auch die Themen
sind immer wieder überraschend und unglaublich aktuell.
2. Welches Publikum willst oder wolltest du mit
"Faust" ansprechen?
Möglichst jedes Alter von 15 bis 99. Vor allem aber auch theaterungewohntes Publikum,
das wir durch den Besuch von "Faust" für Theater begeistern können.
3. Worauf wolltest du die Zuschauer durch deine Inszenierung
oder durch das Bühnenbild besonders hinweisen?
Das Bühnenbild spiegelt die Zeit, in der gespielt wird, wider. Außerdem habe ich
versucht, die einzelnen Bilder immer zu verbinden, sei es durch Schläuche oder durch
irgendeine andere Vernetzung, wie z.B. bei der Walpurgisnacht das leuchtende Gehirn, wo
alle durch Schläuche angeschlossen sind. Dies soll auch wiederum den ständigen Versuch
der Angleichung an ein Ideal darstellen. Diese Vernetzung kommt allerdings beim
"jungen Faust" nicht in Gegenwart vom Gretchen vor.
Für mich ist "Faust 1" und "Faust 2" ein Ganzes, deshalb schließt
"Faust 1" auch mit der ersten Szene von "Faust 2".
Vielen Dank für das Gespräch!