9 Fragen an Faust (Hans-Walter Bottenbruch):
1. Wie und wann bist du an die Studiobühne gekommen?
Vor anderthalb Jahren habe ich ein Plakat in der Stadt gesehen, dass Männer für das
Theater gesucht werden. Daraufhin bin ich dann zu einem Vorsprechen erschienen.
2. Wie bist du zu der Rolle gekommen?
Nach diesem Vorsprechen sollte ich in der Produktion "Wirtshaus im Spessart"
dabei sein. Dies fand jedoch nicht statt und schließlich war ich für eine kleine Rolle
im "Faust" 2000 vorgesehen. Diese Produktion fand aber auch nicht statt. Dann
wurde mir angeboten "Jean-Paul" zu spielen, was ich eigentlich nicht wollte, da
ich Jean-Paul nicht leiden kann. Ich habe ihn aber doch gespielt, weil es eine ziemlich
schwere Sprache war und ich dialektfrei spreche. Da "Faust" aber genauso schwer
zu sprechen ist, hat der Herr Hildenbrand gesagt, ich solle den "Faust" spielen.
3. Was gefällt dir an deiner Rolle besonders gut?
Die Vielschichtigkeit, die Brüchigkeit, das Leiden, die Liebe,...
Sein Leben ist eigentlich ein permanentes emotionales Auf und Ab. Es ist auch interessant
und spannend zu spielen, da ich ja ursprünglich Komiker bin.
4. Was gefällt dir nicht an deiner Rolle?
Es gibt nichts, was mir nicht gefällt
5. Bestehen irgendwelche Gemeinsamkeiten zwischen
"Faust" und dir selbst?
Zitat: "DER AUF DER SUCHE NACH WAHRHEIT JÄMMERLICH
GEIRRT"
Das stammt aus "Faust", ist jedoch bei uns in der Inszenierung gestrichen, weil
sie sonst 7 Stunden dauern würde.
"Faust" hat eigentlich mit jedem etwas gemeinsam, weil er das
menschlich-männliche Leben widerspiegelt.
6. Wolltest du von Anfang an in Faust mitspielen?
Nein. Ich war nur für "Faust" vorgesehen, aber zuerst als Mephisto und dann
als Faust.
7. Welches Publikum, glaubst du, erreicht ihr mit
"Faust"?
Jedes Publikum und jedes Alter, das bereit ist zuzuhören.
Und vor allem Schüler, die bereit sind, sich mit einer anderen Sprache auseinander zu
setzen, da mittlerweile die deutsche Sprache immer mehr verfremdet wird.
Das kann man auch beim Britischen und Amerikanischen Englisch erkennen. Oscar Wild hat
einmal gesagt: THE ENGLISH AND THE AMERICAN HAVE ALL THE SAME EXCEPT THE LANGUAGE.
8. In welchen Stücken und an welchen Bühnen hast du vorher
schon gespielt?
In Hamburg habe ich in "Mackie Messer" und in Wiesbaden habe ich unter
anderem in der "Bluthochzeit von Lorca" von Brecht und Fleißer gespielt. Dann
habe ich einige Jahre nichts gemacht, bis ich schließlich an der Studiobühne den
"Jean-Paul" und im "Wirtshaus im Spessart" gespielt habe, wobei ich
mir da den Arm gebrochen habe und dann nicht mehr spielen konnte. Und jetzt eben den
"Faust".
9. Ist Theaterspielen mehr ein Hobby oder hat es etwas mit
deinem Beruf zu tun?
Es hatte einmal etwas mit meinem Beruf als Opernregisseur zu tun, jetzt ist es aber nur
ein Hobby.
Vielen Dank für das Gespräch!